Voluntary Sports Clubs´(Wider) Societal Role: An Empirical Investigation of EU Sport Policy

Publikationen: Buch/BerichtDissertationsschriftForschung

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Die signifikanten und wachsenden Auswirkungen des Sports auf die europäische Wirtschaft und Gesellschaft spiegeln sich in der Tatsache wider, dass die europäische Sportpolitik mit dem Vertrag von Lissabon im Jahr 2011 supranationalen Status erlangte. Seitdem unterstützt und koordiniert die Europäische Kommission als exekutive Säule der Europäischen Union die gesellschaftliche Rolle, wirtschaftliche Dimension und Organisation des Sports. Der gesellschaftliche Nutzen der Teilnahme am Breitensport, traditionell von freiwillligen Sportvereinen (SV) organisiert, wird dabei ausdrücklich betont. Aufgrund der Annahme, dass sich SVs mit den Wurzeln der Gesellschaft durch das Angebot von (Sport-)Dienstleistungen verbinden können, sowie aufgrund ihrer organisatorischen Dominanz, Struktur und ihres umfangreichen freiwilligen En- gagements werden SVs zunehmend zur Förderung sozialer und bürgerschaftlicher Werte, zu Beiträgen zur sozialen Inklusion und zur Bekämpfung von Dysfunktionen des Sports herangezogen. (Erfolgs-)Faktoren, die zu einer effizienteren und effektiv- eren Umsetzung (gesellschaftlicher) Sportpolitik beitragen könnten sind jedoch kaum erforscht. Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, durch die Untersuchung potenzieller Einflussfaktoren für eine (umfassendere) gesellschaftliche Rolle von SVs, einen Beitrag zur Entwicklung einer evidenzbasierten EU-Sportpolitik zu leisten.
Drei zentrale Komponenten werden zu Beginn der Dissertation dargestellt: die (umfassendere) gesellschaftliche Rolle von SVs sowie die Konzepte organizational ca- pacity und institutional pressures. Die darauffolgenden Kapitel befassen sich mit ver- schiedenen gesellschaftliche (Dys-)Funktionen des Sports. Basierend auf aktuellen EU- Arbeitsplänen werden in Kapitel 2 drei Dimensionen einer umfassenderen gesellschaft- lichen Rolle des Sports untersucht. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Rolle der Geschlechterdiversität in den Führungsstrukturen von SVs gelegt. Kapitel 3 untersucht potenzielle Erfolgsfaktoren für das Engagement von SVs in der Integration von Flüchtlingen mit einem expliziten Fokus auf den Effekt institutioneller Logiken. In Kapitel 4 werden soziologische und ökonomische Perspektiven kombiniert, um Spielma- nipulationen als relevantes organisatorisches Problem im Breitensport zu konzipieren. Mögliche Schutzfaktoren für diese Dysfunktion werden empirisch evaluiert. Das ab- schließende Kapitel der Dissertation dezidiert aus den vorangegangen empirischen Ergebnissen potenzielle Prioritäten europäischer Sportpolitik und stellt diese aktuellen Finanzierungsprioritäten im Rahmen des Erasmus + Sport Programms gegenüber. Imp- likationen für beteiligte Stakeholder werden aus der Perspektive des Kapazitätsaufbaus entwickelt; zukünftige Forschungsfelder werden skizziert.
Der Forschungsstand bezüglich gesellschaftlicher (Dys-)Funktionen von SVs wird durch die Verlagerung der Analyse auf die EU-Sportpolitik-Ebene erweitert. Die vorliegende Arbeit trägt zu einer evidenzbasierten EU-Sportpolitik bei, indem poten- zielle Erfolgsfaktoren für eine umfassendere gesellschaftliche Rolle empirisch unter- sucht werden. Als Nebenprodukt werden empirische Belege bezüglich drängender gesellschaftlicher Fragen des Sportmanagements aufgezeigt, z.B. Geschlechterdiversität in Führungsstrukturen von SVs, Integration von Flüchtlingen durch SVs und Spielma- nipulation im Breitensport. Ein theoretischer Beitrag liegt in der Weiterentwicklung organizational capacity Konzepts. Beispielsweise wird das Konzept durch die Berücksich- tigung zusätzlicher geeigneter theoretischer Konzepte wie das information-decision model, institutional logic(s) und public secrecy bereichert.
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortKöln
Herausgeber/inDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang39
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2019

Bibliographische Notiz

Kumulative Dissertation

ID: 5055861

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