Was motiviert TeilnehmerInnen und AbbrecherInnen einer Fitness-Tracker Intervention im Setting „Betrieb“?

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Der demografische Wandel stellt gesellschaftliche und soziale Systeme vor insbesondere finanzielle Probleme. Für kostengünstige und einfache Erhebungen von Fitnessdaten, wie Schritte oder Aktivitätszeit, dienen heutzutage Fitness-Tracker. Diese haben sich in Studien kurzfristig als aktivitätssteigernd ausgewiesen (Stukenberg & Friess, 2015; Barwais et al., 2013). Jedoch kann konstatiert werden, dass der Effekt nach Beenden etwaiger Maßnahmen abflacht (Patel et al., 2015). Daher war es das Ziel der vorliegenden Untersuchung, Motivationsgründe von NutzerInnen/AbbrecherInnen gegenüberzustellen sowie den Einfluss personenbezogener Charakteristika zu untersuchen. Der eigens von einem Versicherungsunternehmen initiierte Schritt-Wettbewerb wurde in Kooperation mit einem Geräte-Hersteller durchgeführt und seitens der DSHS evaluiert. Mittels eigens erstelltem Fragebogen, der vor Beginn (T0/Woche 0), nach der Hauptphase (T1/Woche 7) und dem Follow-Up (T2/Woche 21) eingesetzt wurde, konnten u. a. die Motivation zur fortwährenden Teilnahme und Abbruchkriterien erfasst werden. Neben Unterschieden zwischen den Messzeitpunkten wurde mittels Chi-Quadrat Test der Einfluss von Personeneigenschaften (Alter, Geschlecht, Fitness-Tracker-Modell) auf die Partizipation untersucht. Als Motivationsgrund zur Anmeldung bzw. weiteren Teilnahme wurden zu allen Messzeitpunkten die drei Faktoren „spielerischer Charakter“, „Fitness/Gesundheit“ und „Gruppendynamik“ am häufigsten angegeben. Dabei variierten die Antwortzahlen vom Messzeitpunkt T0/T1 zu T2 (T0, T1: n = 129; T2: n = 40). Im Mittel am häufigsten angegeben wurde der Faktor „spielerischer Charakter (67,6%), gefolgt von „Gruppendynamik“ (66,9%) und „Fitness/Gesundheit“ (57%). Zu keinem Zeitpunkt gab es einen signifikanten Zusammenhang der Motivationsgründe mit den Faktoren Alter (T: χ2=(24, n = 129) = 27.87; p0 = .265; T1: χ2 = (24, n = 129) = 26.04, p1 = .351; T2: χ2 = (24; n = 40) = 18.52, p2 = .777) oder Geschlecht (T0: χ2 = (6, n = 129) = 9.34, p0 = .495; T1: χ2 = (6, n = 129) = 9.01, p1 = .173; T2: χ2 = (6, n = 40) = 9.34, p2 = .155). Ausschließlich zu T1 wurde ein signifikanter Zusammenhang zum Faktor Fitness-Tracker-Modell ermittelt (T0: χ2 = (18, n = 129) = 24.97; p0 = .126; T1: χ2 = (18, n = 129) = 33.54, p1 = .014; T2: χ2 = (18, n = 40) = 15.68, p2 = .615). Der Hauptgrund zum vorzeitigen Abbruch der Challenge war die „fehlende Eigenmotivation“ (40.9%; n = 22). Die Kommunikationsimpulse des Versicherungsunternehmen wurden größtenteils als „wenig motivierend“ wahrgenommen (70%; n = 40). Die Dauer der Hauptphase wurde als „angemessen“ bewertet (79%; n = 62). Die Gesamtdauer wurde überwiegend als „zu lang“ beurteilt (53.2%; n = 62). Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere spielerische/soziale Aspekte zur Teilnahme motivierten, wodurch der Trend der Gamifikation im Bereich BGF untermauert werden kann. Der Großteil der TeilnehmerInnen nahm Motivationsimpulse als „wenig motivierend“ wahr, wodurch möglicherweise der hohe Dropout zum Follow-Up zu erklären ist. Hier sollte ein Ansatzpunkt für folgende Interventionen abgeleitet werden
OriginalspracheDeutsch
TitelGelingende Entwicklung im Lebenslauf : Abstractband der 49. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) vom 25. bis 27. Mai 2017 in Bern
Redakteure/-innenClaudia Zuber, Julia Schmid, Mirko Schmidt, Mirko Wegner, Achim Conzelmann
Seitenumfang2
Herausgeber/inUniversität Bern, Bern Open Publishing
Erscheinungsdatum27.05.2017
Seiten119-120
ISBN (elektronisch)978-3-906813-42-4
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 27.05.2017
VeranstaltungJahrestagung der asp - Bern, Schweiz
Dauer: 25.05.201727.05.2017
Konferenznummer: 49

ID: 3003360

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