Faszination Handball: Perspektiven einer Anthropologie des Handballspiels

Research output: Contribution to journalJournal articlesResearch

Standard

Harvard

APA

Vancouver

Bibtex

@article{e9e1e3e4f84549c695d3999e8afd3fbd,
title = "Faszination Handball: Perspektiven einer Anthropologie des Handballspiels",
abstract = "Die Frage nach der Qualit{\"a}t eines Handballspiels ist je nach Gesichtspunkt und Beurteilungskriterium der beobachtenden Person unterschiedlich zu beantworten. Aus einer in der Sportspielforschung bisher stiefm{\"u}tterlich behandelten anthropologischen Sicht soll der Handball spielende Mensch im Vordergrund stehen, der den „homo ludens“ im wahren Sinne des Wortes verk{\"o}rpert. Ausgerichtet an der Idee des Handballspiels ist das Werten-K{\"o}nnen eine Grundvoraussetzung f{\"u}r einen als gut eingesch{\"a}tzten Spielverlauf. Aber nicht nur das Gut-Spielen-K{\"o}nnen ist wesentlich, sondern zudem der Wille, es gut zu machen. „Charakter“ und „Moral“ sowie „Spielintelligenz“ und „Herz“ sind Begriffe, die die kognitiven und emotionalen Aspekte beschreiben, die einen Spieler ausmachen. Zudem die F{\"a}higkeit, ein Spiel „lesen“ zu k{\"o}nnen, sprich: den Sinn entziffern zu k{\"o}nnen, den das Spiel oder eine Spielsituation enth{\"a}lt. Aber nicht nur das „Lesen“, sondern ebenso das „Gestalten“ des Spiels, also die Expressivit{\"a}t des Spielers zeichnen ihn aus. Diese Ausdrucksf{\"a}higkeit h{\"a}ngt von seiner Selbstdarstellung, aber auch von seiner Selbstbeherrschung ab, mit der sich eine {\"A}sthetik entwickeln l{\"a}sst, die das Handballspielen als Kunst im Sinne von K{\"o}nnen in Szene setzt. Das dabei zum Ausdruck kommende sch{\"o}pferische Element beruht auf dem Gemisch aus Intuition, Phantasie, Esprit, Spontaneit{\"a}t, Kreativit{\"a}t, Antizipation und Gestaltungswillen, das den ganzen Menschen im Schillerschen Sinne zum Vorschein kommen l{\"a}sst: der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Weiterf{\"u}hrende Forschungen, z. B. zur anthropologischen Bedeutung der Hand im Handballspiel oder zum Vergleich der anthropologischen Elemente zwischen verschiedenen Sportarten, lie{\ss}en sich als Basis f{\"u}r eine Anthropologie des Handballspiels nutzen, die sich mit einer {\"a}sthetisch orientierten Bildungsforschung verkn{\"u}pft und sowohl reflexiv wie auch empirisch verfahren k{\"o}nnte. Amendt",
keywords = "Anthropologie, Handballspiel, Spielforschung, Sportphilosophie, Sportspiel",
author = "Carsten Kruse and Eckhard Meinberg",
note = "K{\"o}ln",
year = "2009",
language = "Deutsch",
volume = "14",
pages = "30--36",
journal = "Forschung Innovation Technologie : das F.I.T.-Wissenschaftsmagazin der Deutschen Sporthochschule K{\"o}ln",
issn = "1434-7776",

}

RIS

TY - JOUR

T1 - Faszination Handball: Perspektiven einer Anthropologie des Handballspiels

AU - Kruse, Carsten

AU - Meinberg, Eckhard

N1 - Köln

PY - 2009

Y1 - 2009

N2 - Die Frage nach der Qualität eines Handballspiels ist je nach Gesichtspunkt und Beurteilungskriterium der beobachtenden Person unterschiedlich zu beantworten. Aus einer in der Sportspielforschung bisher stiefmütterlich behandelten anthropologischen Sicht soll der Handball spielende Mensch im Vordergrund stehen, der den „homo ludens“ im wahren Sinne des Wortes verkörpert. Ausgerichtet an der Idee des Handballspiels ist das Werten-Können eine Grundvoraussetzung für einen als gut eingeschätzten Spielverlauf. Aber nicht nur das Gut-Spielen-Können ist wesentlich, sondern zudem der Wille, es gut zu machen. „Charakter“ und „Moral“ sowie „Spielintelligenz“ und „Herz“ sind Begriffe, die die kognitiven und emotionalen Aspekte beschreiben, die einen Spieler ausmachen. Zudem die Fähigkeit, ein Spiel „lesen“ zu können, sprich: den Sinn entziffern zu können, den das Spiel oder eine Spielsituation enthält. Aber nicht nur das „Lesen“, sondern ebenso das „Gestalten“ des Spiels, also die Expressivität des Spielers zeichnen ihn aus. Diese Ausdrucksfähigkeit hängt von seiner Selbstdarstellung, aber auch von seiner Selbstbeherrschung ab, mit der sich eine Ästhetik entwickeln lässt, die das Handballspielen als Kunst im Sinne von Können in Szene setzt. Das dabei zum Ausdruck kommende schöpferische Element beruht auf dem Gemisch aus Intuition, Phantasie, Esprit, Spontaneität, Kreativität, Antizipation und Gestaltungswillen, das den ganzen Menschen im Schillerschen Sinne zum Vorschein kommen lässt: der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Weiterführende Forschungen, z. B. zur anthropologischen Bedeutung der Hand im Handballspiel oder zum Vergleich der anthropologischen Elemente zwischen verschiedenen Sportarten, ließen sich als Basis für eine Anthropologie des Handballspiels nutzen, die sich mit einer ästhetisch orientierten Bildungsforschung verknüpft und sowohl reflexiv wie auch empirisch verfahren könnte. Amendt

AB - Die Frage nach der Qualität eines Handballspiels ist je nach Gesichtspunkt und Beurteilungskriterium der beobachtenden Person unterschiedlich zu beantworten. Aus einer in der Sportspielforschung bisher stiefmütterlich behandelten anthropologischen Sicht soll der Handball spielende Mensch im Vordergrund stehen, der den „homo ludens“ im wahren Sinne des Wortes verkörpert. Ausgerichtet an der Idee des Handballspiels ist das Werten-Können eine Grundvoraussetzung für einen als gut eingeschätzten Spielverlauf. Aber nicht nur das Gut-Spielen-Können ist wesentlich, sondern zudem der Wille, es gut zu machen. „Charakter“ und „Moral“ sowie „Spielintelligenz“ und „Herz“ sind Begriffe, die die kognitiven und emotionalen Aspekte beschreiben, die einen Spieler ausmachen. Zudem die Fähigkeit, ein Spiel „lesen“ zu können, sprich: den Sinn entziffern zu können, den das Spiel oder eine Spielsituation enthält. Aber nicht nur das „Lesen“, sondern ebenso das „Gestalten“ des Spiels, also die Expressivität des Spielers zeichnen ihn aus. Diese Ausdrucksfähigkeit hängt von seiner Selbstdarstellung, aber auch von seiner Selbstbeherrschung ab, mit der sich eine Ästhetik entwickeln lässt, die das Handballspielen als Kunst im Sinne von Können in Szene setzt. Das dabei zum Ausdruck kommende schöpferische Element beruht auf dem Gemisch aus Intuition, Phantasie, Esprit, Spontaneität, Kreativität, Antizipation und Gestaltungswillen, das den ganzen Menschen im Schillerschen Sinne zum Vorschein kommen lässt: der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Weiterführende Forschungen, z. B. zur anthropologischen Bedeutung der Hand im Handballspiel oder zum Vergleich der anthropologischen Elemente zwischen verschiedenen Sportarten, ließen sich als Basis für eine Anthropologie des Handballspiels nutzen, die sich mit einer ästhetisch orientierten Bildungsforschung verknüpft und sowohl reflexiv wie auch empirisch verfahren könnte. Amendt

KW - Anthropologie

KW - Handballspiel

KW - Spielforschung

KW - Sportphilosophie

KW - Sportspiel

M3 - Zeitschriftenaufsätze

VL - 14

SP - 30

EP - 36

JO - Forschung Innovation Technologie : das F.I.T.-Wissenschaftsmagazin der Deutschen Sporthochschule Köln

JF - Forschung Innovation Technologie : das F.I.T.-Wissenschaftsmagazin der Deutschen Sporthochschule Köln

SN - 1434-7776

ER -

ID: 305902