Geschlechterspezifische Unterschiede in der Bewegungsqualität bei der Durchführung des Y-Balance Tests

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Titel: Geschlechterspezifische Unterschiede in der Bewegungsqualität bei der Durchführung des Y-Balance Tests
Fragestellung: Studiendesign: Querschnittsstudie.
Obwohl quantitative funktionelle Assessments bereits zur Leistungsevaluation von Patienten im
Rehabilitationsprozess verwendet werden, haben sich nur wenige Studien auf die Bewegungsqualität
als Variable bei der Entscheidungsfindung für den Rückkehrprozess in den (Wettkampf-)Sport
konzentriert. Darüber hinaus wächst die Bedeutung von qualitativen Bewegungsanalysen zur
Verletzungsprävention durch gezielte Trainingsinterventionen auf Grundlage eines Pre-Injury
Screenings.
Ziel dieser Arbeit war es a) mögliche geschlechtsspezifische Unterschiede in der Bewegungsqualität
von männlichen und weiblichen Sportstudenten bei der Ausführung eines dynamischen
Gleichgewichtstests aufzudecken und b) zu untersuchen, ob die Bewegungsqualität mit dem
quantitativen Ergebnis dieses Tests korreliert.
Methodik: An der Deutschen Sporthochschule Köln wurden 65 männliche (Alter = 24,57 ± 3,41) und 52 weibliche
(Alter = 24,63 ± 3,48) gesunde Sportstudenten rekrutiert. Die Probanden führten den Y-Balance-Test
(YBT) durch und wurden währenddessen per Videokamera aufgezeichnet. Für die Analyse der
Bewegungsqualität wurde das Real-Time Observational Screening Tool verwendet. Anhand der
Kriterien "Seitneigung des Beckens", "dynamische Valgusposition des Knieglenkes" und der
"mediolateralen Seitenbewegung" während der Durchführung des Tests erfolgte die Bewertung der
Kniefunktion in "gute", "reduzierte", oder "schlechte" posturale Kontrolle. Für die Analyse der
Bewegungsqualität wurden die Videoaufnahmen der Frontalebene während der Testdurchführung
herangezogen.
Ergebnisse und
Schlussfolgerung:
Nur 25% (n = 13) der weiblichen Testpersonen zeigten eine gute Bewegungskontrolle im Vergleich zu
41,5% (n = 27) der männlichen Probanden. Die Bewegungsqualität unterschied sich signifikant
zwischen Männern und Frauen im nicht dominanten Bein (p = 0,04). Es wurde kein Zusammenhang
zwischen Bewegungsquantität und -qualität festgestellt.
Der festgestellte geschlechtsspezifische Unterschied in der Bewegungsqualität bei der dynamischen
Gleichgewichtsfähigkeit ist eine mögliche Ursache für das erhöhte Risiko von Frauen, eine kontaktlose
Verletzung der unteren Extremitäten zu erleiden. Der fehlende Zusammenhang zwischen
Bewegungsqualität und -quantität hebt die Bedeutung der Einbindung von qualitativen
Analyseverfahren der Bewegungsdurchführung während des YBT hervor, um Risikofaktoren für
Verletzungen der unteren Extremitäten zu identifizieren und durch gezielte Trainingsintervention zu
reduzieren.
Original languageGerman
Title of host publication34. Jahreskongress der GOTS
Publication date2019
Publication statusPublished - 2019
EventJahreskongress der Gesellschaft für orthopädisch- traumatologische Sportmedizin - Salzburg, Salzburg, Austria
Duration: 27.06.201929.06.2019
Conference number: 34
https://kongressarchiv.gots-kongress.org/

ID: 4752625

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