„Ich weiß, wie guter Sportunterricht aussieht.“ – individuelle Perspektiven darstellen, analysieren, reflektieren

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Ein wesentliches Glied der im Tagungsthema benannten Verkettung von Jugend und Schule stellen Lehrkräfte dar. Ihnen obliegt unter anderem die Aufgabe, Jugendli-chen bestmögliche Partizipationschancen am (außer)schulischen Leben zu ermögli-chen. Aus Schülersicht ist dafür ein Unterricht günstig, in dem es Lehrkräften gelingt, Lernende ausgehend von ihren individuellen Lern- und Leistungsvoraussetzungen im Rahmen professionell gestalteter Lernsituationen bestmöglich zu fördern. Eingedenk der Erkenntnis, dass die Gestaltung unterrichtlicher Lernsituationen viel-fach an zu Unterrichtsbildern verdichteten biographischen Erfahrungen und Über-zeugungen und weniger an wissenschaftlichem Wissen orientiert ist (Lehmann-Rommel, 2014), kommt der Reflexion ebenjener subjektiven Unterrichtsbilder eine hohe Bedeutung zu. So ist die Förderung der Reflexionsfähigkeit als notwendige Kompetenz für den Professionalisierungsprozess der Studierenden zentral (vgl. Hat-ton & Smith, 1995), und ein Aufbrechen solcher Bilder Voraussetzung für die profes-sionelle Gestaltung unterrichtlicher Lernsituationen. Der Beitrag präsentiert Ergebnis-se einer Projektstudie auf Lehrveranstaltungsebene, deren Ziel darin bestand, Stu-dierende in eine reflexive Distanz zu ihren individuellen Überzeugungen bzgl. „gelun-genen“ Sportunterrichts zu bringen, um so ggf. handlungswirksame Perspektivwech-sel auszulösen, welche als Indiz für Reflexionsprozesse gelten (ebd.). Die Ergebnis-se beruhen auf einem methodisch zweidimensionalen Vorgehen: Vorgestellt wird ein qualitativer Ansatz im Rahmen einer studentischen Fallarbeit im pre-/ post-design; Gegenstand der Fallanalyse ist ein inklusives Sportunterrichtssetting. Zudem liefert der Beitrag Ergebnisse einer Visualisierungsmethode: Individuelle Sinnkonstruktionen im Rahmen internalisierter Bilder idealen Sportunterrichts werden grafisch dargestellt und re- bzw. dekonstruiert (Haas et al. 1994). Hier greift der Beitrag Hinweise von Lüsebrink (2014, S. 449) auf die Relevanz ästhetischer Erfahrungen im Zusammen-hang mit „selbstbezogenen Erkenntnisse[n] und [der] Selbstreflexivität“ für die Förde-rung von Reflexionsprozessen auf. Beide Ansätze liefern deutliche Hinweise auf Ver-änderungen der eingenommenen Perspektiven auf sog. gelungenen Sportunterricht und fördern folglich den für eine professionelle Gestaltung von unterrichtlichen Lern-situationen erforderlichen Entwicklungsprozess der Studierenden.
Original languageGerman
Title of host publicationBewegung und Sport im Horizont von Jugend- und schulpädagogischer Forschung : 32. Jahrestagung der dvs-Sektion Sportpädagogik vom 30. Mai - 1. Juni 2019 in Heidelberg
Number of pages1
Volume276
Place of PublicationHamburg
Publication date05.2019
Pages35
Publication statusPublished - 05.2019

ID: 4092937

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