Sportpsychologische Interventionen zur Veränderung der psychischen Gesundheit bei Trainerinnen und Trainern: ein RCT

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In den letzten Jahren hat das wissenschaftliche Interesse an der psychischen Gesundheit von TrainerInnen stark zugenommen (u.a. Altfeld & Kellmann, 2014, 2015; Lundkvist, et al., 2014). Aktuelle Studien konnten zeigen, dass besonders die allgemeine Beanspruchung, Übermüdung, körperliche Beschwerden, allgemeine Erholung, gestörte Pausen, emotionale Erschöpfung und ungestörte Freizeit für die Entwicklung von Burnout und psychischen Beeinträchtigungen verantwortlich sind (Schaffran et al., 2017). Dennoch beschäftigt sich die Wissenschaft bislang nur vereinzelt mit möglichen Interventionen, die zu einer Verbesserung der psychischen Gesundheit bei TrainerInnen beitragen können. Ziel der Studie war es daher, Interventionen zu entwickeln, die basierend auf den oben genannten Faktoren zu einer Verbesserung der psychischen Gesundheit beitragen. Die Stichprobe bilden 65 TrainerInnen (76.9 % männlich; Alter M = 43.6 Jahre), die randomisiert Gruppenworkshops, Einzelbetreuungen oder einer Kontrollgruppe zugelost wurden. Die Interventionen fanden über einen Zeitraum von zweimal vier Wochen statt, und bestanden aus jeweils zwei dreistündigen Gruppenworkshops oder drei 30minütigen Einzelbetreuungen. Die psychische Gesundheit wurde zu drei Messzeitpunkten (1 Woche vor der ersten sowie 1 Woche und 3 Monate nach der letzten Intervention) anhand des Screenings zur Burnoutprävention bei Trainern (Schaffran et al., in prep.), des WHO-5 (Blom et al., 2012) und des PHQ-2 (Kroenke & Spitzer, 2003; Löwe et al., 2005) erfasst. Die Interventionen führten bei den WorkshopteilnehmerInnen in den Bereichen der Gestörten Pause (T = 2.786, p = .011) sowie Ungestörten Freizeit (T = -2.402, p = .026), und bei den TeilnehmerInnen der Einzelbetreuungen in der Allgemeinen Beanspruchung (T = 2.505, p = .022), den Körperlichen Beschwerden (T = 2.107, p = .049) sowie dem Risiko eine Depression zu entwickeln (T = 2.233, p = .038) von MZP 1 zu 3 zu signifikanten Verbesserungen. Mit der vorliegenden Interventionsstudie konnte gezeigt werden, dass sich konkret auf bestimmte Beanspruchungs- und Belastungsfaktoren ausgerichtete Interventionen positiv auf die psychische Gesundheit von TrainerInnen auswirken können. Da in den Workshops ein Schwerpunkt auf die effiziente Arbeits- und Freizeitgestaltung gelegt wurde, konnte gerade für die Faktoren Gestörte Pause und Ungestörte Freizeit eine positive Veränderung erreicht werden. Die in den Einzelbetreuungen bearbeiteten Bedürfnisse der TrainerInnen konzentrierten sich besonders auf allgemeine Beanspruchungen und Belastungen, weshalb eben in diesen Bereichen Verbesserungen erzielt wurden. In zukünftigen Workshops und Einzelbetreuungen sollten konkrete Strategien erarbeitet und vermittelt werden, die TrainerInnen dabei helfen, ihr eigenes Beanspruchungserleben und Verhalten bezogen auf die identifizierten Risikofaktoren aktiv zu verändern. Weitere Studien sind notwendig, um die langfristige Wirksamkeit der Interventionen zu prüfen.
Original languageGerman
Title of host publicationAbstractband der 50. Jahrestagung der asp : 50. Jahrestagung der asp „Die Psychophysiologie der Handlung“, 10.-12. Mai 2018
EditorsUirassu Borges, Laura Bröker, Sven Hoffmann, Thomas Hosang, Sylvain Laborde, Roman Liepelt, Babett Lobinger, Jonna Löffler, Lisa Musculus, Markus Raab
Number of pages1
Place of PublicationKöln
PublisherBundesinstitut für Sportwissenschaft
Publication date2018
Pages95
Publication statusPublished - 2018
EventJahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) - Köln, Germany
Duration: 10.05.201812.05.2018
Conference number: 50

ID: 4463267

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